Myanmar 16.03.-12.04. 2002
Teilnehmer der Reise: Dominik, Aika und ich
Yangon
Der Flug nach Yangon war mit einem leicht flauem Gefühl behaftet,
da in Bangkok nämlich ein netter Steward der Thai Airways meinte uns darauf
hinweisen zu müssen, dass einige Tage zuvor ein Putsch gegen die Regierung
stattgefunden habe. Wir sahen uns schon in Mitten des Chaos. Als wir jedoch
gelandet waren, sah alles recht friedlich aus und es gab keine Schiessereien
auf dem Rollfeld, was uns dann doch wieder beruhigte. Nachdem wir unsere obligatorischen
200 USD getauscht hatten, mussten wir noch auf unsere kleine japanische Freundin
warten. Aika hatten wir im Jahr zuvor in Angkor/Kambodscha kennengelernt und
dachten uns, dass es doch nett sei, noch einmal Urlaub zusammen zu machen. Daher
hatten wir verabredet uns in Yangon zu treffen. Zwei Stunden später kam
der Flieger dann auch endlich an. In der Zwischenzeit hatten wir ausreichend
Zeit Bekanntschaft mit einem Taxifahrer zu machen, der uns auch über den
doch nicht so spektakulären Putsch aufklärte und -wie sollte es anders
sein- auch direkt ne Fahrt quer durchs Land anbot. Zumindest hat er uns nen
netten Strand empfohlen. Wir haben das Angebot zwar nicht angenommen, aber zumindest
durfte er uns in die Stadt fahren und wir haben in seiner Firmen-Zentrale auch
direkt ein paar Dollar gegen Kyats getauscht. Außerdem hatte er -natürlich-
auch direkt Bekannte mit einem Hotel. Da wir keinen Bock auf lange Suche hatten,
haben nen Blick riskiert und da der Preis ok war, auch genommen. Abends ging
es dann nach dem Essen, welches man schon sehr rechtzeitig einnehmen sollte,
in eine Bar mit musikalischer Darbietung. Leider war im unteren Bereich nichts
mehr frei, so dass wir direkt vor der Bühne im oberen Stock Platz nehem
mussten. Die Lautstärke war glücklicherweise so bemessen, dass Gespräche
sehr schwer waren. Zudem hatte Aikas Englisch innerhalb des vergangenen Jahres
doch sehr gelitten. Nachdem sie als äußerst trinkfeste Japanerin
dann einen Vodka-O bestellte, waren Gespräche eh nach kürzester Zeit
überflüssig. Spätestens als sie anfing mitgebrachte Seifenblasen
in Richtung der grandiosen Sängerinnen zu pusten. Zumindest die ganzen
alten Männer um uns herum fanden es sehr lustig und so hatten wir innerhalb
kürzester Zeit schnell neue Freunde, zumal wir die einzigen "Nicht-Burmesen"
in dem Laden. Zu sehr später Stunde (so gegen 23.30) war der Laden auch
langsam geräumt und wir dachten uns, dass wir mal zum Hotel zurück
gehen könnten und begaben uns in die stockfinstere Nacht. Aufgrund katastrophaler
Stromversorgung brennen nachts in der Stadt nur sehr wenige Lichter. Selbst
die Scheinwerfer der wenigen Autos scheinen davon betroffen zu sein.
Nach einer sehr schweisstreibenden Nacht aufgund nicht laufender Ventilatoren
ging es am näcshten Tag dann zu den üblichen Besichtigungsorten der
Stadt. Zurück im Hotel angekommen sind wir dann in ein Drei-Bett Zimmer
gezogen, da die Japanerin, die Aika auf dem Flug kennengelernt hatte, sich ein
anderes Hotel gesucht hatte. Da Aika nichts dagegen hatte und damit es günstiger
wird, haben wir von diesem Zeitpunkt an nur noch Drei-Bett Zimmer genommen.
Als wir nachts schon fast schliefen, klopfte es plötzlich an der Tür.
Dominik öffnete und die Chefin des Hotels erzählte ihm irgendwas in
gebrochenem Englisch. Ich hörte nur was von "fire" und "burning".
Nachdem er wieder zum Bett geschlurft kam fragte ich Dominik, was los sei und
er sagte nur, dass es wohl irgendwo nebenan brennt. Wir waren beide nicht sehr
verunsichert, da wir von einem kleinen Brand ausgingen, der nicht weiter wild
war.
Wir versuchten weiter zu schlafen, jedoch klingelte irgendwann das Telefon.
Nach dem zehnten Klingeln dachte ich mir:"Verdammt, wenn da nicht mal bald
einer dran geht, tu ich es" Dominik war auch langsam ein wenig genervt
und ging irgendwann raus. Er kam aber relativ schnell wieder zurück und
sagte nur etwas verstört, dass das ganze Hotel leer sei und alle Türen
offen ständen. Das kam uns doch ein wenig komisch vor und Dominik zog sich
Schuhe an und ging ganz raus. Nach wenigen Minuten kam er wieder und sagte,
dass das Feuer doch ein wenig größer sei und das Haus, was brenne
auch. Ich konnte mich dann selbst davon überzeugen, dass in der Nähe
des Hotels ein riesiges Haus komplett in Flammen stand. Da konnte der kleine
angerückte Feuerwehrwagen auch nichts mehr ausrichten. Man wartete auch
nur ab, bis das Feuer von selbst ausgeht. Ich dachte aber schon, dass das ganze
Viertel abbrennt, wogegen die Feuerwehr nichts hätte tun können. Das
Haus brannte aber "nur" aus und das Feuer griff nicht weiter über.
Im Laufe der Reise begleiteten uns immer wieder Feuer. Später erfuhren
wir auch den Grund dafür: Während der Stromausfälle zünden
sich die Leute Kerzen an, schlafen jedoch meist darüber ein, so dass es
vermehrt z uBränden kommen kann.
Am nächsten Morgen um 4.30 mussten wir auf dem Weg zum Bus einen andern
Weg nehmen, da der Bereich um das Haus noch weiträumig aufgrund der Einsturzgefahr
gesperrt war. Zum Glück hatten wir Taschenlampen dabei, da es in den Gassen
teilweise stockfinster war.
An diesem Morgen durften wir dann das erste mal Bekanntschaft mit burmesischen
Bussen machen. Da ca. 99 % der Busse aus Japan kommen, kann man sich das üppige
Platzangebot gut vorstellen. Außerdem war es während der gesamten
Reise auch so, dass wir als etwas größere Europäer auch grundsätzlich
über den Radkästen plaziert wurden. Mit ner Tasche auf dem Schoß,
erwartet einen schon mal eine gemütlcieh 6-16 Stunden Busfahrt.
Golden Rock
Unsere zweite Station nach Yangon war der Golden
Rock. Der Bus brachte uns nach recht kurzer Fahrt von 6 Stunden ins Kinpun
Basis Lager. Wir wurden auch direkt von einer Schar von Schleppern begrüßt,
die uns in ihre Guesthouses bringen wollten. Wir hatten uns schon grob eins
ausgesucht und sind dann demjenigen gefolgt, der nach Ausruf des Namens am lautesten
"Hier" geschrien hat. Das Pan Myo Thu Guest House war auf jeden Fall
ne gute Wahl. Zu unserem Glück waren wir auch gerade zur "Bete zu
Buddha" Woche da. Ok, so hiess sie nicht ganz, aber es gestaltete sich
ähnlich. Inhalt dieses Ereignisses war es, dass eine Gruppe buddistischer
Mönche eine Woche lange, 24 Stunden am Tag abwechselnd über eine riesige
Lautsprecheanlage Gebete von sich gab. Wer schon einmal buddistische Gebete
gehört hat, weiss sicher auch, dass sich eineige Passagen immer wieder
wiederholen. Für kurze Zeit mag so etwas für westliche Ohren ja noch
erträglich sein, aber 24 Stunden am Tag sind dann doch eher ein Härtefall.
Wir hatten am Anfang ja noch die Hoffnung, dass uns in diesem Fall die häufigen
Stromausfälle zugute kommen, aber als moderner Mönch, hat man natürlich
nen Notstromgenerator. Buddha hätte ihnen einen Ausfall der Gebete auch
sicher nie verziehen. Also blieb für die Nacht nur ausreichend Bier oder
Ohrenstöpsel. Welch Erleichterung war es am nächsten Tag den Berg
zum Golden Rock zu besteigen und dem Gesang zu entfliehen. Aika entpuppte sich
auf diesem 4 Stunden Gewaltmarsch (1100 Höhenmeter bei 30+ °C) als
äußerst zäh. Selbst nach kurzen Pausen hatte sie uns immer wieder
sehr schnell abgehängt. Ihr hat es sogar so gut gefallen, dass sie den
gleichen Weg auch wieder zurück gehen wollte. Ich hab mir jedoch gedacht,
dass ich das alles schon mal gesehen habe und daher auch den LKW zurück
ins Camp nehmen könnte. Als einziger Europäer war ich auf jeden Fall
die Attraktion auf der Ladefläche, zumal ich zwei Bänke benötigte,
da ich mich mit meinen langen Beinen beim besten Willen nicht auf eine zwängen
konnte. Vielleicht hätte ich aber doch den Fussmarsch wählen sollen.
So kam ich nämlich schon viel früher wieder in den Genuss der Mönchsgesänge.
Zum Glück ging es am nächsten Tag weiter in Richtung Bago.
Bago
Bago stand eigentlich nicht auf unserem Reiseplan, befand sich aber
an der Hauptstrasse Richtung Norden. Nachdem wir mit dem Bus gegen mittag angekommen
waren, galt es zu entscheiden, ob wir links oder rechst die Hauptstrasse entlang
gehen wollten, um uns ein Hotel zu suchen. Wir entschieden uns für links
und liefen einfach drauf los. Irgendwann hatten wir dann auch ein passendes
Hotel gefunden und nahmen es nach Inspektion der Zimmer. Da es mittag war, stand
die Suche nach etwas Essbaren ganz oben auf der Liste. Kurz nachdem wir das
Hotel verlassen hatten, wurden wir von einem Pferdekutschen Fahrer angesprochen,
ob er uns nicht für 1 USD pro Person die Stadt zeigen solle. Nach anfänglichem
Zögern konnte ich die beiden anderen davon überzeugen, dass es zum
einen ganz witzig wäre und es zum anderen doch recht heiß war. Also
rauf auf die kleine Kutsche und los. Das Pferd (wenn man es überhaupt so
nennen durfte) konnte einem aber schon leid tun, da es 5 Personen (davon zwei
schwere Europäer) ziehen musste, obwohl es so aussah, als könne es
sich selbst kaum auf den Beinen halten. Da Aika auch noch ein par Yen in der
Tasche hatte, wollte sie die gerne gegen Kyats tauschen und fragte den Kutscher,
ob dies möglich sei. Der meinte direkt, dass es wenn dann nur in der örtlichen
Bank möglich sei und fuhr uns hin. Als wir drei dann die Bank betraten,
mussten wir feststellen, dass wir soeben die Mittagsruhe gestört hatten.
Das Licht ging plötzlich an und der ein oder ander erhob seinen Kopf vom
Schreibtisch und begann geschäftig zu wirken. An einem der Schalter hing
ein Schild, dass lediglich Dollar und Yen getauscht würden, was uns natürlich
für Aika Hoffnung machte. Wir sprachen daher einfach einen Mitarbeiter
an und versuchten ihm klar zu machen, dass wir gerne Geld tauschen würden.
Irgendwie schien er das aber nicht zu verstehen und wir gingen zum nächsten,
aber auch dieser schien nicht weiterhelfen zu können. Plötzlich stand
eine Art Wachmann oder Polizist hinter uns und bat mich und Dominik doch mal
mitzukommen. Nicht ganz sicher, ob wir nicht doch etwas falsch gemacht hatten,
gingen wir mit. Wir wurden hinter die Schalter in einen Raum geführt, in
dem mehrere Männer in Uniformen saßen, was aber bei einer Militärdiktatur
nichts ungewöhnliches ist. Das kam uns jedoch in diesem Augenblick natürlich
nicht viel beruhigender vor. Einer von ihnen stand auf, trat auf uns zu und
gab uns die Hand und stellte sich als Manager der Bank vor und fragte, was er
für uns tun könne. Jetzt wurde uns klar, dass er wohl der einzige
war, der ausreichend Englisch sprach und wir deshalb zu ihm geführt wurden.
Nachdem wir ihm klar gemacht hatten, was wir wollten, sagte er uns jedoch, dass
man Yen nur in Yangon oder Mandalay tauschen könne. Naja, zumindest vermittelte
das Schild ja nen guten Eindruck. Nach einem kurzen Mittagessen und dem Besuch
der örtlichen Pagode und des berühmten liegenden Buddhas ging es zurück
zu Hotel. Auf der Fahrt erzählte uns der Kutscher, dass es am abend einen
Feuerlauf der Hindus gäbe, der nur einmal im Jahr stattfindet. Glück
muss man haben. Am Abend schlossen wir uns daher der Prozession an, die an unserem
Hotel vorbeiführte. Dominik nutze auch gleich die Gelegenheit und liess
sich von unserem Kutscher, der es sich nicht nehmen lassen wollte uns dieses
Ereignis zu zeigen, Bethelnuss kaufen. Die Bethelnuss wird gekaut und entfaltet
dabei eine berauschende Wirkung. Laut Dominiks Aussage geht es wohl auch relativ
schnell. Eine Neben wirkung ist jedoch, dass alles im Mund eine rot-braune Farbe
annimmt und der Speichelfluss gefördert wird, so dass man alle paar Meter
ausspucken muss. Da sämtliche Fahrer ständig auf Bethel sind, sehen
die Türen der Fahrzeuge durch die ständige Spuckerei auch entsprechend
aus. Da nur wenige Touristen (mit uns waren es wohl 7) zu diesem Schauspiel
gekommen waren, waren wir natürlich die Attraktion. Erst recht wenn man,
wie ein Franzose, beim Tanz -noch ohne Feuer- auf der Strasse mitmachte. Der
Feuerlauf selbst fand auf einem Feld etwas ausserhalb statt. Da wir wie gesagt
die Attraktion waren, durften wir uns auch in den abgesperrten Bereich direkt
an die glühenden Kohlen setzen. Zusammen mit der angenehmen Aussentemperatur
konnte man sich daher nicht übers Frieren beschweren. Der Feuerlauf war
schon ein sehr interessantes Erlebnis. Allerdings waren wir im Hotel froh über
eine Dusche, da wir durch die Unmengen an aufgewirbeltem Staub mittlerweile
eine grau-braune Farbe hatten.
Nachdem wir uns dann geduscht hatten, wollten wir die Weiterfahrt für den
nächsten Tag klar machen. Leider mussten wir jedoch feststellen, das sowohl
Busse als auch Bahn schon völlig ausgebucht waren. So etwas hatten wir
nicht unbedingt erwartet. Da wir aber nicht noch einen Tag warten wollten, entschlossen
wir uns für teures Geld (70 USD) ein Taxi mit Fahrer zu nehmen. Uns wurde
dabei versprochen, dass uns Geld wieder gegeben würde, wenn es zu einer
Panne käme. Der Mann wiederholte aber immer wieder die Worte "No flat
tire". Also konnte es am nächsten Morgen weitergehen.
Lake Inle
Wie schon an den Tagen zuvor hiess es auch jetzt wieder vor fünf Aufstehen.
Vor der Tür wartet ein weisser Kombi und zwei Fahrer. Das hiess also, dass
wir zu dritt auf der Rücksitzbank Platz nehmen durften. Irgendwann aber
stieg einer der beiden nach hinten und machte es sich zwischen den Taschen "bequem".
Trotz Proteste unsererseits liess er nicht davon ab und somit konnte einer von
uns auf den Beifahrersitz. Da in Myanmar Rechtsverkehr gilt, aber die Autos
alle auch Rechtslenker sind, fühlt man sich dort doch ein wenig komisch.
Bis in den Nachmittag rein, verlief auch alles recht störungsfrei. Dann
mussten wir jedoch auf einmal anhalten. Als wir dann ausstiegen sahen wir, dass
es mit "no flat tire" doch nicht so weit her war, wie uns versprochen
wurde. Zum Glück passiert so etwas in Burma täglich, so dass die beiden
Fahrer die Reifen im null komma nichts gewechselt hatten. Da wir aber nun nen
platten Ersatzreifen hatten, musste der natürlich repariert werden. Eine
Werkstatt dafür war schnell gefunden. Irgendetwas schien am Motor aber
auch nicht zu stimmen. Zumindest passte dem Fahrer etwas nicht. Was macht man
nun in einer solchen Situation? Klar, man öffnet die Motorhaube. Was allerdings
nicht so klar war, war die Tatsache, dass sich nun einer mit einem Druckluftschlauch
an den Motor stellt, während der zweite am geöffneten Tankdeckel stand
und hineinschaute. Wir konnte es nicht ganz glauben, was dann geschah. Der Mann
am Motor setzt die Druckluft an und pustet mal ordentlich in irgendwelche Öffnungen
des Motors. Der zweite wartete weiterhin am offenen Tankdeckel. Nach kurzer
Zeit wusste er auf jeden Fall, das zwischen Tank und Motor eine Verbindung besteht
und dass Bezin auch in die andere Richtung der Tank verlassen kann. Zum Glück
hatte er noch Klamotten zum Wechslen dabei. Die getränkten Klammotten wurden
erst mal auf unsere Rücksäcke gelegt. Als wir jedoch anmerkten, dass
der Geruch nicht unbedingt das sei, was wir an unseren Klamotten wollten, fand
sich auch noch eine Plastiktüte in welcher er seine Kleidung verstaute.
Nach dieser grandiosen technischem Meisterleistung unserer beiden Fahrer mussten
wir erst noch einmal wieder tanken und weiter ging es.
Zum Abend hin erfuhren wir dann, dass die Motorkühlung auch nicht mehr
das war, was sie Glanzzeiten des Autos war. Die Abstände der Stopps wurden
immer kürzer und unsere Fahrer suchten alle möglichen Wasserquellen
um unsere leereen Trinkflaschen zu füllen und anschliessen den Kühler
zu beträufeln. Anders konnte man es nicht nennen. Es sah teilweise aus
wie die letzte Ölung. Nach solchen Aktionen kamen wir aber immer wieder
auf 10-15 min ungestörte Fahrt. Erst als es Nacht wurde und wir in die
Berge fuhren, sorgte die Außentemperatur für ausreichende Motokühlung.
Nach 17 von den angekündigten 11-12 Stunden Fahrt hatten wir dann auch
endlich den Lake Inle gegen 23 Uhr erreicht. Das angesteuerte Hotel entsprach
auch unseren Vorstellungen, so das der Tag wenigstens problemfrei endete. Die
nächsten beiden Tage verbrachten wir mit der Erkundung der Region rund
um den See inkl. einer Tagestour mit dem Boot. Wir lernten dabei einen Deutschen
kennen, der zwei Jahre in Thailand und Burma in Klöstern lebt und zu dieser
Zeit auch mal Urlaub machte. Da der See doch recht hoch liegt, wurde es doch
für T-Shirts empfindlich kalt und Aika zog sich daher eine Erkältung
mit leichtem Fieber zu.
Die Weiterfahrt in Richtung Mandalay entpuppte sich auch als ein wirkliches
Abenteuer. Zuerst mussten wir eine Stunde morgens in der Kälte warten,
was Aika auch nicht gerade gut tat. Anschliessend kam ein recht kleiner Bus,
der wieder mal eine recht komfortable 12 Stundenfahrt versprach. Nachdem das
Gepäck auf dem Dach verstaut war, ging es dann los. Allerdings hätten
wir bei dem Tempo ohne weiteres auch laufen können. Alle paar Meter hielt
der Bus und einer der mitfahrenden Bordtechniker sprang ab und lief zu den Reifen.
Während eines längeren Stopps schaute Dominik sich das Schauspiel
auch einmal von näherem an. Er kam kopfschüttlen wieder rein und sagte
mir, dass ich sicher gar nicht wissen wolle, was da geschehe. Bei einem Rad
würden zwei der 6 Schrauben fehlen und eine dritte würde nicht ganz
von der Größe passe. Diese müsse halt immer wieder festgeklopft
werden. Zum Glück fuhren wir nie mit so hoher Geschwindigkeit. Der andere
Grund für unser Schneckentempo offenbahrte sich jedoch erst, als wir in
Kalaw (nach 4 Stunden Fahrt für 80 km) halt machen mussten. Neben den maroden
Reifen war der Bremszylinder auch nicht mehr topfit und musste vom fachkundigen
Personal entfernt werden. Zu dem Zeitpunkt hatten wir die Schnauze recht voll
und konnten gerade noch Catherine, eine Amerikanerin, die fast akzentfrei deutsch
sprach (sie hatte lange in München gelebt) davon abhalten, diesen Bus zu
nehmen. Wir erhielten aber anstandslos unser Geld zurück und warteten auf
den Nachtbus, der abends um zehn fahren sollte. Wir konnten unsere Gepäck
bei Sam, einem Trekingführer, mit dem Cat Bekanntschaft geschlossen hatte
lassen und durften uns auch in seinem "Büro" aufhalten. Den Tag
verbrachten wir dann mit Warten und Spazierengehen, während Aika überwiegend
in Sams Bett schlief. Die übrigen Fargäste im Buss schienen aber davon
auszugehen, dass es jeden Moment weitergehen könnte. Daher traute sich
die ersten zwei Stunden kaum einer aus dem Bus oder zumindest nicht weit davon
weg. Erst als klar wurde, dass der Bremszylinder doch nicht mit Klebeband zu
reparieren war, ging man ein wenig weiter weg und deckte sich mit neuen lebensmittlen
ein. Erst sechs Stunden später wurde die Burmese auch ein wenig ungehaltener.
Da jedoch der zweite Bus des Unternehmens in einem anderen ort liegengeblieben
war, hatte sie wenig Chancen. Erst gegen abend wurde ein Ersatzbus organisiert,
Am Abend ging es dann für uns weiter mit dem Nachtbus. Zum Glück hatte
der Bus Aircondition, welche jedoch -ebenfalls zum Glück- nur noch auf
den ersten Reihen funktioneierte. Wir sassen jedoch in der letzten Reihe direkt
auf dem Motor. So bekamen ich wenigstens keinen kalten Hintern. Wenn die gute
Frau neben mir nicht andauernd ihre letzte Mahlzeit zurück in eine vor
ihr hängende (durchsichtige) Palstiktüte befördert hätte,
hätte ich die Fahrt schwitzenderweise fast geniessen können. Aufgrund
der Abgase und des Staubs und der Hitze war leider nicht viel an Schlaf zu denken.
Mandalay
Nach dieser Luxusfahrt war erst mal schlafen angesagt. Am Nachmittag stand dann
eine erste Erkundung auf dem Plan, bei der wir dann auch in die Pagode von Mr.
A.P. kamen. Einem Burmesen, der sehr gut Englisch sprach und er uns für
den nächsten Tag ein Programm aufstellte, welches wir auch, zumindest zu
einem Teil, machen wollten. Morgens fuhren wir jedoch erst mal nach Mingun,
einer der alten Königsstädte, wo es neben der Mingun Paya, spöttisch
auch der größte haufen Ziegelsteine der Welt auch die größte
intakte Glocke der Welt gibt. Auf dem Boot trafen wir dann auch Cat wieder.
Ausserdem lernten wir auch Donna kennen. Eine Kanadierin chinesischer Abstammung,
die in Taipei Englisch unterrichtet. Gesehen hatten wir sie aber schon einige
Tage zuvor in Bago. Da unser nächstes Reiseziel Bgagan war, beschlossen
wir die Fahrt zusammen zu machen, oder uns zumindest dort vor Ort zu treffen.
Nach unserem Bootstrip nach Mingun ging es nachmitags mit Mr. A.P. weiter um
die übrigens Königsstädt zu besuchen. Allerdings entpuppte sich
dieses Vorhaben doch als recht stressige Angelegeheit. Im Nachhinein hätte
man sich ein wenig mehr Zeit nehmen sollen. Außerdem stellte sich heraus,
dass Mr. A.P. doch ein eigenartiger Kauz war, welcher zudem noch ein Alkoholproblem
hatte. bis auf den Abschluss, wo wir ihm anscheinend zu wenig Trinkgeld (im
wahrsten Sinne des Wortes) gegeben hatten, war es aber durchaus eine angenehmen
Fahrt.
Nach drei Tagen Mandalay machten wir uns auf Richtung Bagan.
Bagan
Auch in Bagan fanden wir wieder auf Anhieb ein gutes Hotel. Es war mittlerweile
schon recht spät, aber wir hatten alle noch nichts gegessen. Normalerweise
ist das in Myanmar eine ziemich unangenehme Sache, da die meisten Restaurant,
die wir kennengelernt hatten nach Einbruch der Dunkelheit (also so gegen 18
Uhr) die Küche schlossen, aber auch hier hatten wir Glück und fanden
ein kleines Restaurant, welches noch geöffnet hatte. Ausserdem gab es westliches
Essen und vielen von uns gefiel der Gedanke von Pizza oder Spaghetti. Zu Anfang
sasen nur wir drei, Cat und zwei Berlinerinnen am Tisch, die wir (leider) aus
Mandalay mitgeschleppt hatten. Nach kurzer Zeit kam jedoch noch Peter, ein Brite,
der in Thailand englisch unterrichtet und Donna mit der wir uns ja in Bagan
verabredet hatten, dazu. Für die nächsten Tage, blieb dies unser Stammrestaurant
und die Runde wurde immer größer. Bei westlichem Essen wurden Geschichten
über die Reisen ausgetauscht, da die meisten Plätze in Südostasien
von den meisten Rucksackreisenden schon besucht worden waren. Obwohl man sich
nicht kannte, hatte man viele gemeinsame, oder zumindest ähnliche Erlebnisse.
Nach dem ein oder andern Mandalay Bier wurde es auch immer lustiger, bis zum
Schluss von einem Angestellten des Restaurants die Gitarre rausgeholt wurde
und man anfing "Hotel Califonia" von den Eagles zu singen. Tagsüber
haben wir uns von unserem Hotel Fahrräder geliehen und die Tempel der Umgebung
auf eigene Faust erkundet. Aufgrund der hohen temperaturen von über 35
Grad und der fehlenden Wolken ein durchaus sportliches Unterfangen. Dominik
musste jedoch unbedingt ausprobieren, ob die mitgebrachten Wasseraufbereitungstabletten
auch wirklich funktionieren. nachdem sein Wasser alle war, suchte er sich einen
Burmesen, der gerade Flusswasser zum Wässern seiner Pflanzen pumpte und
bat ihn, die Flasche doch ml voll zu machen. Da selbst Burmesen diese Wasser
nicht trinken, er aber nicht unhöflich sein wollte, schaute er zwar sehr
skeptisch, aber tat wie ihm befohlen. Vielleicht hätte Dominik noch einen
genaueren Blick auf den Beipackzettel bzgl. der Einwirkungszeit der Tabletten
werfen sollen. Zehn Minuten waren nämlich zu wenig, neben dem eher besheidenen
Geschmack und dem Knirschen zwischen den Zähnen, kamen später dann
auch noch andere Beschwerden hinzu, wie man sich leicht denken kann. Naja, aus
Schaden wird man klug. Nach drei Tagen verliessen wir diese beeindruckende Gegend
wieder und machten uns zusammen mit Donna und Cat in Richtung Yangon auf, da
Aika uns dort verlassen wollte. Mit den beiden andern hatten wir jedoch vereibart
uns noch ein paar Tage faul an den Strand von Ngpali zu legen. Dieser war uns
als unberührt und nicht überlaufen empfohlen worden, wobei man hier
natürlich von Burmesen ausging, da es im ganzen land nur eine sehr geringe
Zahl von Touristen gab. Nach ein paar Wochen hat man die einzelnen Leute immer
wieder an den Touristen Highlights wiedergetroffen.
Ngpali Beach
Dominik und ich gönnten uns für unseren Strandurlaub mal die etwas
teurere Zimmervariante mit Meerblick und Terasse für 17 USD pro Zimmer.
Donna und Cat nahmen die günstigere Variante für 12. Die Tage hier
waren wirklich sehr entspannend, da wir mal ausnahmsweise nichts anderes machten
als Faulenzen. Die Frauen liessen sich zusätzlich noch regelmäßig
auf unserer Terasse massieren, während Dominik seinen Schachspiel verbesserte
und ich Cats CD Sammlung anhörte. Was die Unberührtheit angeht hatte
man uns nicht zu viel versprochen. Einige Meter vom Hotel entfernt fand man
sich an völlig unberührten Buchten wieder. Kilometerlange einsame
Strände. Genau das Richtige zum Entspannen. Da Meer eigente sich zwar nicht
besonders gut zum Schnorcheln, aber ich war ja eh nicht zu Tauchen da. Zu diesem
zweck werde ich sicher später noch einmal hinfahren. Entlang unseres Strandes
gab es auch eine große Anzahl von Restaurants und Bars, so dass man es
sich abends durchaus bei einem kühlen Bier und dem Meeresrauschen im Hintergrund
gut gehen lassen konnte. Nach fünf Tagen brachen Dominik und ich unsere
Zelte ab, da wir uns überlegt hatten noch ein paar Tage in den Kao Yai
Nationalpark in Thailand zu fahren. Die Frauen blieben einen Tag länger,
da Cat's Flieger nach Indien erst einen Tag später ging und sie die Zeit
lieber am Meer verbringen wollten. Donna wollten wir einige Tage später
in Bangkok wiedertreffen, da unsere Flüge nach Hause am gleich Tag stattfanden.
Ich hatte Geld von ihr bekommen und sollte schon mal ein Zimmer für sie
reservieren. Der Urlaub in Myanmar war damit für uns beendet und ich muss
sagen es war wirklich klasse. Wir haben viel gesehen, viele neue Freunde kennengelernt
und vor allem sehr viel Spass gehabt. Ich kann diese Land nur jedem empfehlen,
der auf Rucksacktourismus und Asien steht. Mit Donna hatten wir dann auch noch
mal ein paar nette Tage in Bangkok mit shoppen und Kennenlernen neuer Restaurants.